Kathedrale des Hl. Domnius

Von all den Kathedralen in Europa, ist die eine ...

Kathedrale des Hl. Domnius

Unter allen europäischen Domkirchen hat die in Split ihren Sitz im ältesten Gebäude – dem Mausoleum des römischen Kaisers Diokletian. In diesem einmaligen Bau vereint am Ende des zweiten Millenniums die Geschichte die heidnische Antike und das christliche Mittelalter mit dem modernen Kulturerbe. Das Mausoleum des Kaisers – dem Christenverfolger, wird in der Mitte des 7. Jahrhunderts zu einer Kathedrale, in der die Altare mit den Reliquien des Hl. Domnius und des Hl. Anastasius, beide Märtyrer die im naheliegenden Solin exekutiert wurden, Ehrenplätze einnehmen.

Das äußerliche Oktogon des Mausoleums war mit einem Vordach (Perypter) umgeben, das von 24 Säulen getragen wurde. Im Innenbereich ist das Gebäude rund, mit vier halbrunden und vier rechteckigen Nischen. Im zentralen Bereich stand der Sarkophag des Kaisers Diokletian, der später zerstört wurde. Über den Nischen erheben sich acht korinthische Säulen aus rotem Granit, die weitere acht kleinere Säulen tragen. Im herumführenden Kranz, zwischen den oberen, kleinen Säulen sind Puttos (Eroti) bei der Jagd dargestellt, mit Masken und menschlichen Köpfen. Vor allem sind zwei Medaillons mit Schleifen interessant, in denen Archäologen und die splitter Tradition die Portraits des Kaisers Diokletian und seiner Frau Prisca erkennen. Sehr interessant ist auch der Aufbau der massiven Kuppel im Innenraum, mit gefächert geschichteten im unteren und kreuzförmig verlegten Backsteinen im oberen Drittel. Die Kuppel glänzte mit einem funkelnden Mosaik, so wie das auch der Fall im Vestibül war.

Die Kathedrale ist heute vor allem ein Ort der Liturgie, dessen Jahrtausende lange Kontinuität in den Sonntagsmessen wiedergespiegelt wird, wie auch im erneuerten Glanz der traditionellen Prozession am Feiertag des Schutzpatrons der Stadt Split , dem heiligen Domnius. Am bekanntesten ist heute an dieser Kathedrale die Tür, die im Jahre 1214 in Walnussholz vom Splitter Andrija Buvina geschnitzt wurde, der auf 14 Feldern an jedem Türflügel Szenen aus dem Evangelium darstellt, von Gabriels Verkündung bis zur Wiederauferstehung Christi.

Links vom Eingang in das Gebäude befindet sich eine sechseckige Kanzel aus dem 13. Jahrhundert, aus wertvollem grünen Porphyrin, ursprünglich vollkommen vergoldet. Der Seitenalter rechts ist dem Bischof und Märtyrer aus Salona, dem Hl. Domnius gewidmet. Es handelt sich hier um ein Werk des Bonino aus Mailand aus dem Jahre 1427, in spätgotischem Stil und die Fresken der vier Evangelisten im Ziborium wurden von Dujam Vušković 1429 gemalt. Links befindet sich der Altar des zweiten Schutzpatrons der Stadt Split , ebenso einem Märtyrer aus Salona, Anastasius aus Aquileia, der 1448 vom größten kroatischen Baumeister und Bildhauer seiner Zeit, Georg dem Dalmatiner angefertigt wurde. Besonders hervorzuheben ist das zentrale Relief dieses Altar, wo der Künstler Christ in einer Peitschungsszene im Schmerz darstellt.

Der Hauptaltar der Kathedrale stammt aus den Jahren 1685 bis 1689. In der nördlichen Nische befindet sich ein Altar des venezianischen Bildhauers Morlaiter aus dem Jahre 1767, in dem seit 1770 die Reliquien des Hl. Domnius aus dem Altar von Bonino aus Mailand untergebracht wurden. Unter die wichtigsten Werke im Barockchor der Kathedrale fallen sicher die hölzernen Chorgestühle, die ursprünglich vor dem Hauptaltar standen und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts geschnitzt wurden.

Der Glockenturm der Kathedrale (57 Met.) fällt unter die originalsten mittelalterlichen Gebäude. Mit seinem Bau begann man schon im 13. Jahrhundert, danach wird der Glockenturm im 19. und 20. Jahrhundert gründlich renoviert und etwas verändert. Heute kann man bis unter die Spitze des Glockenturms steigen, von wo sich ein atemberaubender Blick auf Split bietet.

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